Darum verzichte ich auf Wolle
Bei Wolle denken die meisten zunächst an Schafe, bei einer Milliarde Schafe weltweit nicht verwunderlich. Das Größte Exportland ist hierbei Australien mit ca. 68 Millionen Schafen pro Jahr, gefolgt von China und Neuseeland.
Jedoch werden neben Schafen auch andere Tiere für die Wollproduktion millionenfach gequält, ausgebeutet und getötet. Ziegen für Kaschmir und Mohair, Kaninchen für Angorawolle und Alpakas für Alpakawolle.
Woher kommet den nun die Wolle?
Um aus dem Fell Wolle herzustellen wurden früher die Harre der Tiere während des natürlichen Fellwechsels ausgezupft. Um es für den Menschen „einfacher“ und „kostengünstiger“ zu machen, wurde den Wildschafen der Fellwechsel angezüchtet, um möglichst viel weiche Unterwolle nutzen zu können. Das Urschaf trug nur so viel Wolle, dass seine Körpertemperatur den Wetter Bedingungen optimal angepasst ist. Nach der Umzucht gab das Merinoschaf vor ca. 200 Jahren bereits 1,5 -2Kg Wolle im Jahr, und heute gibt ein Merinoschaf bis zu 18 Kg Wolle im Jahr. Neben den Schafen wurden auch Alpakas, Angorakaninchen und die Angoraziegen umgezüchtet, was die Schur durch den Menschen für die Tiere notwendig macht. Jedoch besteht die Gefahr wenn Sie zu spät geschoren werden, dass Sie an Hitzschlag sterben und bei zu Früher Schur bei eventuellen Kälteeinbrüchen erfrieren.
Leiden Tiere für Ihre Wolle?
Hier ist zwischen der Wollindustrie bzw. großen Schafbetrieben und kleinen Schafbauern zu Unterscheiden.
Bei ersterem eindeutig JA! Da die Tiere zu Tausenden gehalten werden ist es unmöglich den individuellen Bedürfnissen der Schafe nachzukommen und oder Krankheiten zu behandeln. Durch diese mangelnde Pflege ist die Todesrate bei Schafen teilweise extrem hoch. In Australien betrifft das bis zu 77% der neugeborenen Tiere. Etwa 15 Millionen Lämmer sterben dort jedes Jahr bei der Geburt, verhungern oder erfrieren ungeschützt auf der Weide. Angorawolle stammt zu 90 % aus China, wo die eigentlich sozialen Angorakaninchen auf Farmen oftmals in winzigen Käfigen eingepfercht und isoliert von Artgenossen. Alle 3 Monate wird den Kaninchen gewaltsam das Fell gewaltsam abgeschnitten oder aus der Haut gerissen. Dabei erleiden sie nicht massive Verletzungen, viele sterben auch in Folge von Herzversagen.
Bei kleinen Schafbetrieben bei Ihnen um die Ecke "kann" es schon ganz anders aussehen. Hier ist jedoch die eigene Kontrolle wichtig! Vergewissern Sie sich selbst von dem Betrieb, wenn er nichts zu verbergen hat und seine Schafe gut hält und auch Wertschätzt dann wird es sicher kein Problem sein sich die Schafe einmal anzuschauen.
Tiere werden schmerzhaft verstümmelt!
Fast alle Tiere müssen für die Wollindustrie schmerzhafte Standartprozeduren über sich ergehen lassen. Die Ohrmarke wird meist schnell nach der Geburt in das Ohr der Tiere gestanzt. Männliche Lämmer und Kitze werden ohne Betäubung kastriert. Entweder durch Gummiringe die um die Hoden gelegt werden, oder die Samenleiter sowie die angrenzenden Blutgefäße und Nervenstränge werden direkt mit einer Metallzange abgequetscht. Die Tiere laufen auf Grund der Schmerzen meist stark gekrümmt, verkriechen sich in Ecken oder können sich nicht ohne Leid bewegen. Der „angezüchtete“ lange Schwanz führt zudem oft dazu, dass der Bereich rund um den Schanz und Anus schnell verschmutzt und sich Fliegenmaden in das Gewebe einnisten. Anstatt die Qualzucht einzustellen, wird Lämmern ohne Betäubung mit einem Heißen Brenneisen der Schwanzwirbel abgetrennt. Oder der Schwanz wird mit Hilfe eines Gummirings abgeschnürt, wodurch der Schwanz nach einigen Wochen abfällt. Beide Methoden sind äußerst schmerzhaft.
Wie wird Wolle gewonnen?
Bei der Schur kommt es sehr häufig zu Verletzungen der Tiere. Arbeiter: innen werden für gewöhnlich nach der Anzahl der geschorenen Schafe gezahlt, und arbeiten somit im Akkord den die Tiere durch zu schnelle und unvorsichtiges arbeiten mit Schnittwunden und Verstümmelungen bezahlen müssen.
Welche wolle ist am Umweltfreundlichsten?
Eigendlich gibt es keine Umweltfreundliche Wolle da tierische Wolle eine enorm schlechte Umweltbilanz aufweist. Nicht ohne Grund schneiden Produkte tierischer Wolle auf ökologischen Vergleichsportalen wie dem Higg Index, welche die Produkte herkömmlicher Textilfasern untersuchen, oft am schlechtesten ab.
Durch Ihre Ausscheidungen produzierten Schafe, Alpakas und Ziegen jede Menge Methan und fördern dadurch die globale Erwärmung. Die massenhafte Zucht der Tiere verschlingt eine Menge an Ressourcen in Form von Nahrungsmittel, Wasser und Land.
Tierwohl -Label für Wolle schützt nicht vor Tierleid!
Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass Schafe, Kaninchen, Alpakas und Ziegen Fluchttiere sind, die uns ihre Haare nicht freiwillig geben. Auch für Zertifizierte Wolle kann bei der Schur nicht garantiert werden das die Tiere nicht an Schnittwunden oder unter enormen stress leiden. Selbst bei schwerwiegenden Schnittwunden werden bei den meisten Zertifizierungsunternehmen nicht zwingend, dass die Tiere mit Schmerzmitteln behandelt werden. Zudem ist bei fast jeder Zertifizierten Wolle das Fesseln von Beinen oder das festbinden auf Streckbänken erlaubt. Die Einhaltung der ohnehin unzureichenden Kriterien lässt sich zudem kaum kontrollieren. Im schlimmsten Fall werden zertifizierte Betriebe nur einmal alle drei Jahre Kontrolliert, im besten Fall einmal im Jahr.
Zudem wird oft nur Stichprobenartig kontrolliert oder die beliebe werden vorab über Kontrollen unterrichtet. Selbst bei unangekündigten Kontrollen können die Tierhalter bis zu 24 Stunden im Vorfeld informiert werden. Die bietet den Betrieben ausreichen Zeit um kranke oder verletze Tiere auszusortieren und den Betrieb auf Vordermann zu bekommen und Mitarbeiter: innen zu unterrichten.
Was Sie für die Tiere tun könne.
- Bei großen Modeketten, ob hochpreisig oder billig, kommt die Wolle mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus keinem guten Wollbetrieb und auch mit Zertifikat kann das nicht abgestritten werden. Lassen Sie am besten die Wolle in solchen Läden liegen.
- Wenn Sie jedoch nicht auf Wolle verzichten möchten, dann erkundigen Sie sich bei kleinen Schafbauern in Ihrere Umgebung, und schauen Sie auch mal hinter die Kulissen. Nur wenn Sie sich absolut sicher sein können, dass es hierbei um einen humanen Betrieb handelt können Sie ihre Wolle beruhigt kaufen.
- Am besten ist jedoch der Griff zu einer Vielzahl an veganen Woll-Alternativen. So schützen die Millionen Tiere vor Misshandlung, und einem grausamen Tod.